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Horst Evers ist gebürtiger Niedersachse, lebt aber schon seit Ewigkeiten in Berlin. Er ist Komiker und zwar einer, den man, wenn man ihn einmal live gesehen oder zumindest live gehört hat, nicht mehr so schnell vergisst. Evers stellt sich nicht, wie die vielen Stand Up-Comedians auf die Bühne und erzählt munter drauf los.

Nein, sein Markenzeichen ist das Vorlesen seiner eigenen Geschichten. Diese auf den ersten Blick etwas ungewöhnliche “Tätigkeit” auf der Bühne erklärt er trocken damit, dass “er schließlich einmal lesen gelernt habe und er es schade fände, wenn diese einmal gemachte Ausbildung später nie wieder gebraucht würde.” Gottseidank verkümmert sie keinesfalls, sondern wird von ihm reichlich genutzt, um skurile Geschichten aus seinem alltäglichen Leben auf unnachahmlich satirische Weise an den Mann und an die Frau zu bringen.

Ein besonders schönes Beispiel ist die Geschichte, in der er früh morgens in seiner neuen Wohnung vom Telefon geweckt wird und sich am anderen Ende Monika meldet, die ohne Umschweife die Beziehung beendet. Noch ehe er etwas erwiedern kann hat sie bereits wieder aufgelegt. Ein Nachbar, der durch die dünnen Wände des Hauses alles mitbekommen hat, erkundigt sich nach dem Grund des morgendlichen Anrufes. Als ihm Evers zuruft, dass Monika gerade ihre Beziehung beendet habe, ist der Nachbar besorgt, und will wissen, ob er damit klar komme.  Seine Antwort ist gleichermaßen komisch, wie verblüffend: “Ich kenne keine Monika!”

Diese und jede Menge weitere witzige Geschichten bekommt man in geballter Ladung auf 4 CDs in der “Horst Evers Box” vom Wortart Verlag geboten. Die Box beinhaltet die Programme “Horst Evers erklärt die Welt” (2002), “Gefühltes Wissen” (2005), “Mehr vom Tag (2006) und “Schwitzen ist, wenn Muskeln weinen (2008). Insgesamt 280 Minuten feinsinnigster Humor in gelesener und auch gesungener Form. Bei Letzterer hat mich persönlich besonders das wunderbare Lied über “Niedersachsen” fasziniert. Mein Fazit: “Horst Evers macht süchtig!”

5 von 5 Sternen

Hörprobe “Horst Evers Box”

Es gibt Autoren, die mit ihrer Sprache selbst die alltäglichsten Begebenheiten zu Großereignissen machen können – auf eine leise, sehr charmante und dabei wunderbar satirische Weise. Wiglaf Droste beherrscht diese Kunst wie kein Zweiter. Auf dem im Kunstmann Verlag München erschienenen Hörbuch “Am Nebentisch belauscht” liest der Autor selbst dreizehn seiner unvergleichlich wortgewandten Kurzgeschichten, in denen er mal lyrisch, mal in Prosa Geschehnisse aus seinem Alltag sowie sprachliche Possen des täglichen deutschen Sprachgebrauchs aufs Korn nimmt.

Er beleuchtet, was ein Biker und eine Bockwurst für Gemeinsamkeiten aufweisen und berichtet, was ein durch Freundeshand erhaltenes Glas Bienenhonig urplötzlich zu einer echten Geheimwaffe machte. Er lässt den Hörer überdies wissen, was Frauen, Leggings und der Herbst miteinander zu tun haben. Darüber hinaus zeigt er die Tücken von Straßennamen beim Urlaub in Italien auf, lässt Gäste zu Geiseln werden und erklärt, welche Verbindung es zwischen Jesus und dem Haustürverkauf von moderner Tiefkühlnahrung gibt.

Hörern, die sich Lachfalten in Ihrem Gesicht verkneifen wollen, ist von diesem Hörbuch eher abzuraten. Allen anderen sei gesagt: Hierbei handelt es sich um einen echten Hörgenuss, nach dessen siebzigminütiger Dauer man ohne Zweifel gewillt ist, an der Stereoanlage oder am Radiorekorder auf Replay zu drücken.

5 von 5 Sternen

Hörprobe “Am Nebentisch belauscht”

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