24. Juli 2011 von Stepriec
Kommissarin Irmi Mangold von der Kripo Garmisch ist genervt. Ihre Nachbarin Lissi hat sie zu einer Schrothkur in Oberstaufen überredet. Ständig in heiße Wickel gehüllt daliegen und kaum etwas zu essen bekommen. Eine großartige Urlaubswoche…Dann jedoch passiert etwas Unerwartetes, was die Kommissarin auf einen Schlag in ihre Vergangenheit zurück versetzt. Eine der Angestellten des Kurhotels findet einen noch im Wickel befindlichen Toten. Dieser ist eindeutig keines natürlichen Todes gestorben, sondern wurde ermordet. Als sich Irmi Mangold am Tatort den Toten besieht läuft es ihr eiskalt den Rücken herunter. Der Tote ist ihr Ex-Mann Martin Maurer, den sie vor über zehn Jahren das letzte Mal gesehen hat.
Kurze Zeit nach der Rückkehr in ihr Hotelzimmer erhält die Kommissarin einen Anruf ihrer Kollegin Kathi Reindl. In Garmisch wurde in einem Waldstück ebenfalls ein Toter gefunden. Es handelt sich um den Liftbetreuer Xaver Fischer, der im örtlichen Skiclub gerne einmal eine dicke Lippe riskierte und der einen Hass auf die ebenfalls im Ort ansässigen Betreiber einer modernen Skihütte hatte. Auf den ersten Blick scheinen beide Morde in keinem Zusammenhang zu stehen, dann jedoch finden Irmi Mangold und ihre Kollegen nicht nur heraus, dass die Todesursachen diesselben waren, sondern auch, dass sich Maurer und Fischer gekannt haben. Sie schienen eine höchst merkwürdige Geschäftsbeziehung miteinander gepflegt zu haben. Offenbar hatten sie sich damit nicht nur Freunde gemacht. Und diese Wiedersacher hatten nun augenscheinlich reinen Tisch gemacht. Nur, wer waren die?
Nicola Förg hat mit “Hüttengaudi
” bereits den dritten Alpen-Krimi um Kommissarin Irmi Mangold geschrieben. Das Hörbuch wird von Michaela May gelesen, der man den Spaß an der Interpretation der Geschichte deutlich anhört. Nicht nur den wunderbaren Dialekt der Gegend, sondern auch die typischen Charaktereigenschaften der Alpenländer vermag sie äußerst treffend zu interpretieren. Die Geschichte nimmt auf den ersten drei CDs deutlich an Fahrt auf und wird gleichzeitig immer verworrener. Das wird dann durch ein weiteres Verwirrspiel auf CD Nummer vier noch weiter ausgebaut und macht es zum Ende hin zunächst ein wenig schwer, dem Handlungsverlauf zu folgen. Am Ende jedoch wird das Katz- und Maus-Spiel in äußerst klarer und erneut spannender Weise aufgeklärt. Schießlich ist man gemeinsam mit der Protagonistin am Ende eines nervenaufreibenden, weil persönlich äußerst nahe gehenden Krimis angekommen und hat 309 Minuten lang mitgefiebert. Echt gute bayrische Unterhaltung, die hoffentlich weiter fortgesetzt wird.
Hörprobe “Hüttengaudi”
Abonnieren und Downloaden:
Erstellt in Krimihörbuch | Getaggt Exmann, Garmisch, Irmi Mangold, Kripo, Martin Maurer, Osterwold, Polizei, Schrothkur, Toter im Wald, Toter im Wickel, Wickel | Kommentare deaktiviert
26. Juni 2011 von Stepriec
“Hast Du schon mal was von Nele Neuhaus gehört oder gelesen?” wurde ich von mehreren Personen aus meinem Bekanntenkreis gefragt und ich konnte nur antworten: “Nein….”
Aber das hat sich jetzt geändert. Ich habe mir „Schneewittchen muss sterben:
“ angehört und muss ehrlich zugeben: Ich bin begeistert! Das Hörbuch wird von Julia Nachtmann ganz prima mit unterschiedlichen Stimmen vorgelesen und die Story an sich hat es wirklich in sich. Wer Krimis liebt, der mag auch dieses Hörbuch.
Jetzt noch ein bisschen was zum Inhalt: Tobias Sartorius saß elf Jahre im Gefängnis. Nun wird er entlassen und er kehrt in sein Elternhaus zurück. Das ganze Dorf beäugt ihn daraufhin sehr wachsam, denn er wurde nach einem Indizienprozess wegen Mordes an zwei Mädchen verurteilt und die Leichen wurden nie gefunden.
Er erfährt von seinem Vater, dass die Eltern sich während seiner Haft getrennt haben und dieser nun allein auf dem etwas herunter gekommenen Hof lebt. Dann steht plötzlich wieder die Polizei vor der Tür und Tobias und sein Vater müssen erfahren, dass ein unbekannter Mann seine Mutter von einer Autobahnbrücke gestoßen hat.
Nach diesem Schock wird es nicht ruhiger in Tobias Umgebung, denn ein Mädchen mit Namen Amelie verschwindet spurlos. Genau mit diesem Mädchen hatte er sich gerade angefreundet. Er gerät wieder ins Visier der Polizei und hat kein Alibi für die Zeit des Verschwindens von Amelie.
Und es soll noch spannender werden, denn auf einem alten Flughafen wird die Leiche eines der vor elf Jahren verschwundenen Mädchen gefunden und ein alter Freund von Tobias begeht Selbstmord. In einem Abschiedsbrief an ihn gesteht er, eines der Mädchen getötet zu haben.
Ist Tobias unschuldig verurteilt worden? Das werde ich hier natürlich nicht verraten, denn diesen spannenden Krimi soll sich jeder selbst anhören.
Hörprobe “Schneewittchen muss sterben”
Abonnieren und Downloaden:
Erstellt in Krimihörbuch | Getaggt Amelie, Ermittlerduo, Ermittlungen, Gefängnis, Kindsmord, Nele Nuhaus, Taunus, Tobias | Kommentare deaktiviert
20. März 2011 von Stepriec
31. Dezember, Hamburg St. Pauli, später Morgen: Oskar Wrobel, 23, Mitbesitzer eines mittlerweile hoch verschuldeten Hamburger Szeneclubs, der an diesem Abend seine Pforten für immer schließen wird, wird nach einer durchzechten Nacht wach in seinem Bett. Die sich neben ihm befindende rothaarige Schönheit vergrault er innerhalb von fünf Minuten aus seiner Wohnung, da er sich partout nicht an ihren Vornamen erinnern kann und zunächst die Namensliste all seiner ehemaligen Liebschaften bei ihr durchprobiert. Dies macht ihm jedoch nur wenig Probleme, da es in seinem Leben ohnehin nur eine einzige Frau gab, die er wirklich geliebt hat – Mathilda. Doch die ist weit fort und für ihn mittlerweile unerreichbar geworden.
Als er richtig zur Besinnung gekommen ist und seine Lieblingsmusik aufgelegt hat wird er je in seiner morgendlichen Suche nach ein paar Kopfschmerztabletten vom Klingeln an der Wohnungstür gestört. Als er nicht gleich öffnet wird die Tür unsanft eingetreten und der überall im Viertel als “Kiezkalle” bekannte Zuhälter und Barbesitzer Karl Schneider steht zusammen mit zweien seiner düsteren Schläger bei Oskar in der Tür. Vor zwei Jahren hatte er Oskar und seinen Kumpels Pablo und Leo 10.000 Euro für die Eröffnung ihres Clubs geliehen. Obwohl sie ihm nach drei Monaten das komplette Geld bereits zurückgezahlt hatten fordert er nun erneut binnen 24 Stunden die gleiche Summe von Oskar und droht ihm, ihn sonst einen Kopf kürzer zu machen.
Nachdem er von dannen gezogen ist meldet sich Oskars bester Freund Rocky bei ihm und bittet ihn um Mithilfe beim Transport seines geistig umnachteten Vaters in eine Klinik. Rocky, seines Zeichens aufsteigender Star am Hamburger Rockmusikhimmel, befürchtet bei seinem Erzeuger, einem alternden Rockgitarristen, das Fortschreiten von Demenz. Oskar versprich, ihm zu helfen, muss sich jedoch erst mit seinen Kumpels und Kollegen aus dem Club treffen, denn am Abend soll in ihrer Location zum Abschied die größte Party steigen, die der Kiez je gesehen hat. Das es dabei zu allerlei Turbulenzen, Rockerherzschmerz und jeder Menge Situationskomik konmmen wird kann der hörer schon nach den ersten paar Minuten erahnen.
Tino Hanekamp, ehemaliger Musikjournalist und – welch kurioser Zufall – heutiger Szeneclubbesitzer in Hamburg St. Pauli hat einen herrlich mitreißenden und sprachlich in frecher Hamburger Schnauze verfassten Szeneroman geschaffen, der in seiner Art ein wenig an Bücher, wie “Herr Lehmann” oder “Zoe – Sind denn alle netten Männer Schwul?!” erinnert. Beide vorab genannten Bücher haben jedoch ihre räumliche Verortung in Berlin, während Hanekamps Roman eine echte Liebeserklärung an den Kiez von Hamburg St. Pauli rund um die Reeperbahn mit ihren skurrilen Gestalten und Szenetreffs ist.
Florian von Manteuffel liest die verrückte Geschichte von Oskar & Co und es ist ihm anzumerken, dass er einen Riesenspaß bei dieser im Audio Verlag erschienenen Vertonung von Tino Hanekamps Erstling hat. “So was von da
” ist ein Roman für alle Anfang- und Mitzwanziger, aber auch für all diejenigen, die mal in diesem vor jugendlichem Wahnsinn sprühenden Alter waren und sich gern daran erinnern oder aber die, die noch dahin kommen wollen. Ein Lob auf das Verrücktsein, durchzechte Nächte, die erste und die zweite Liebe und überdies jede Menge Alkohol, Zigarretten und Rock’n'Roll. Ein Roman, wie ein Roadmovie, unkonventionell, abgefahren und einfach gut!
5 von 5 Sternen
Tino Hanekamp liest aus “So was von da”

Abonnieren und Downloaden:
Erstellt in Szenehörbuch | Getaggt Barbesitzer, erste Liebe, Florian von Manteuffel, Hamburg, Herr Lehmann, jugendlicher Wahnsinn, Kiez, Oskar Wrobel, Party, Roadmovie, Rotlichtmillieu, Schulden, St. Pauli, Szeneclub, Zoe, Zuhälter | Kommentare deaktiviert